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Das endoplasmatische Retikulum

Das endoplasmatische Retikulum (abgekürzt ER, endoplasmatisch “im Cytoplasma”, lat. reticulum = “Kleines Netz” oder “Wurfnetz”) ist ein wichtiges Zellorganell, dass wie ein Kanalsystem mit Hohlräumen aufgebaut ist. Das ER befindet sich in allen eukyrotischen Zellen, also Zellen, die einen Zellkern besitzen.

Aufbau

Ohne das endoplasmatische Retikulum wäre keine Zelle vollkommen funktionsfähig.

Ohne das endoplasmatische Retikulum wäre keine Zelle vollkommen funktionsfähig.

Das endoplasmatische Retikulum ist gut von anderen Zellorganellen zu unterscheiden. Es sitzt unmittelbar in der Nähe des Zellkerns und ist eine durch Röhren verbundene, schlauchartige Struktur innerhalb des Zytoplasma. Unterschieden wird das ER durch ein raues (granulär) und ein glattes (agranulär) endoplasmatische Retikulum. Die Membran des glatten ER ist, wie der Name sagt, glatt. Das raue ER ist dagegen mit Ribosomen besetzt, das sind kleine Komplexe, die Proteine für die Zellteilung herstellen. Das Innere eines endoplasmatischen Retikulum wird als Lumen bezeichnet. Je nach Typ der Zelle ist das ER unterschiedlich stark entwickelt. Es gibt auch ein endoplasmatisches Retikulum, dass sich frei in der Zelle befindet.

Funktion

Das glatte ER
Das glatte endoplasmatische Retikulum befindet sich häufig in den Zellen der Nieren und der Leber. Ihre Aufgabe ist es, mit Hilfe von Enzymen, Giftstoffe aus den Zellen wasserlöslich zu machen um diese besser hinaus befördern zu können und so den Körper zu entschlacken. Weiterhin befindet sich das glatte ER in den Keimdrüsen, den Eierstocken und den Hoden wo es Hormone durch die Hormonsynthese bildet. Das glatte endoplasmatische Retikulum dient den Zellen außerdem als Fett,- Kalzium- und Kohlenhydratspeicher. Kohlenhydrate werden in Form von Glykogen freigesetzt und führen so zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Verbrauchte Mitochondrien, die ‘Kraftwerke’ der Zellen, werden vom endoplasmatische Retikulum und vom Golgi-Apparat abgebaut.

Das raue ER
Das raue endoplasmatische Retikulum ist hauptsächlich für die Proteinbiosynthese verantwortlich. Dabei werden Proteine und Membranbausteine hergestellt mit Hilfe von Ribosomen, die am rauen ER sitzen. Die produzierten, essentiellen Proteine werden vom benachbarten Golgi-Apparat sortiert und modifiziert, um sie für die Zelle brauchbar zu machen. Das raue ER ist damit verantwortlich für die Produktion der für die Zellteilung benötigten, dreidimensionalen Liposomenketten, die sogenannte Doppelhelix, damit sich die Zelle reibungslos teilen kann.

Ohne das glatte ER wären die Entgiftungsorgane des Körpers unbrauchbar. Die Folgen wären eine unmittelbare Schädigung durch ungefilterte Giftstoffe, die den Organismus zugrunde richten. Hormone in den Keimdrüsen könnten ohne das glatte ER nicht synthetisiert werden, was dazu führt, dass Hoden und Eierstöcke keine oder funktionsunfähige Keimzellen produzieren müssten. Muskeln und Nerven wären ohne das glatte ER und seine Funktion des Energiespeichers nutzlos. Durch die eintretende Bewegungsunfähigkeit aller Muskel- und Nervenzellen, führt dies zu sofortigem Absterben des Organismus. Würde das raue ER in den Zellen fehlen, könnte keine Zellteilung stattfinden. Jedes Lebewesen wäre somit nicht mehr lebensfähig.